Wenn der Wind dreht

Der Titel eines geilen Buches und eine ziemlich präzise Angabe der Situation. Ich lebe mich langsam ein. Pendle zwischen Silvaplana, St. Moritz und Sils her. Die Orte liegen alle im Radius von 10 bis 15 km. Kein Problem also. Das bleibt bis Oktober auch so. Dann, genauer gesagt ab den 26. Oktober gehen das Mulets und der Beachclub für 5 Wochen in die Betriebsferien und ich werde dann wahrscheinlich fix im Secondo, in St. Moritz, bleiben. Wohne immer noch im Mitarbeiterhaus, wo der Öltank repariert wurde und wir so endlich auch Heizung und heisses Wasser ohne Unterbrechung haben. Tip-top! Schaue mit ein paar Kollegen nach einer Wohnung, einer Wg, um aus meinem 8 qm großen Stübli rauszukommen... Habe gestern im Mulets gearbeitet. Man könnte das Restaurant auch Hundeherberge nennen, zumindest, was gestern da los war. Jeder zweite hatte einen Köter dabei. Und es waren nicht nur kleine Terrier und gestylte Pudel, sondern 70 Kilo schwere Pferde! Zwei von der Sorte fingen dann plötzlich an zu bellen, oder wie nennt man die Geräusche, die Bären von sich geben? Bettina war dummerweise gerade an dem Tisch kassieren. Es dauerte keine Sekunde, die sie brauchte, um hinter der schützenden Bar sich zu verstecken. Wir kamen aus dem Feiern nicht mehr raus. Heute war ich im Beachclub, das zwischen Silvaplana (wo ich wohne) und Sils liegt. Der Busfahrer hatte heute keine gute Laune und so musste ich bis zu dem regulären Busstop fahren. Eigentlich klappt es immer, den Busfahrer zu überreden mitten auf der Landstraße anzuhalten, damit ich nur über die Straße gehen brauche, um zur Arbeit zu kommen. Wenn es so läuft, wie heute, muss ich noch rund 20 min laufen. Kein Ding, ne?! Aber es ist kalt und der Wind weht wie bescheuert (weshalb heute ein paar hardcore Segler und Kitesurfer wieder im höchstens 10 Grad kaltem Wasser waren)! Langsam gewöhne ich mich auch an die Preise hier. Liegt wohl daran, dass ich aufgehört habe umzurechnen. Ist aber trotzdem extrem krass hier. Einige Beispiele, die von dem Günstigstem ausgehen: Haargel: 10 Chf Bananen: 5 Chf (ich bin doch nicht in der DDr, wo ich in den Intershop gehen muss, oder?) UND Achtung, ein großes Bier: 9 Chf Eine Busfahrt Silvaplana-St.Moritz (ca. 7 km): 10 Chf ... Gestern Abend, gab es dann noch ein gechilltes Zimmerstündchen ( hatte heute ja auch alleine Frühdienst): Mirco kam aus Deutschland zurück. So haben wir ein bisschen deutsches Bier getrunken, uns Pläne zur Eroberung der Weltherrschaft, oder wenigstens des Engadiner Immobilienmarkts geschmiedet...und über gewisse Schwytzer Eigenarten unterhalten. (Zum Beispiel, dass 2,0 Promille nur von der Fahrtüchtigkeit des Fahrers zeugen und überhaupt kein Grund sind ein Taxi zu rufen.) Fahren hoffentlich dann am Montag ins zollfreie Gebiet, bei Italien, um uns mit ein paar Luxusgegenständen zu versorgen. Tutto bene! Ciao

1 Kommentar 27.9.08 18:27, kommentieren

Werbung


Die Welt ist doch in Ordnung! Oder?

Schöne polnische Frauen.... Ok, es ist zusammenhangslos. Nur ein Slogan, den ich im net gelesen habe. "Und in welcher Gesellschaft möchten Sie leben?" Eine weitere Anzeige... Wie kann dies kompatibel sein?

Das Leben scheint, echt perfekt zu sein. Es ist unheimlich, wie glatt hier alles abläuft. Man kommt sich in einer kleinen Fabelwelt vor.

Hinter den sieben Bergen,...

Kein Schmutz, kein Diebstahl, keine Beleidigungen. Viele lächelnde Menschen. Sie grüßen einen beim vorbei gehen, nicht kennend, kommt ein "Wie geht's?". Alles tip top. Die kalten Berge ist so viel wärmer, als man es weiter nördlich kennt.

 

 

 

 

 

21.9.08 21:41, kommentieren

Aus der Theaterpause

Einige wissen es schon, andere nicht: Das deutsch-russische Theater ist aus der Sommerpause zurück. Nächste Auftritte finden in der Schweiz statt.

St. Moritz ist offen!

Nach einem kleinen Intermezzo in Berlin und zahlreichn Arbeitsstellen, boten sich die freundlichn Eidgenossen praktisch an.

Eine Servisestelle, ein kleines Mitarbeiterzimmer, täglich eine Stange oder ein Kübli Panache (Radler), super nette Kollegen und total nette Gäste überzeugen so langsam.

Bin ziemlich fertig, hatte gerade Feierabend gehabt.

Denke an euch. Kuss.

V

18.9.08 22:45, kommentieren

Gruenes Licht

Heute ist ein weiterer Tag. Es ist immer ein weiterer Tag, wenn der vorhergehende zu Ende geht.

Das Licht scheint farbig, durch das gruene Laub...verschwindet aber im Schatten.

Ist das dessen Schicksal? Es verliert seine Farbe. Frueher dachte ich Licht kann man brechen, beugen und reflektiern, doch dass man es verschwinden lassen kann, hat mir keiner verraten. Hatten die anderen vielleicht nur Angst, daran glauben zu muessen?Man braeuchte sich praktisch nur in den Schatten zu stellen, um zu verschwinden. Zumindestens fuer einen kurzen Augenblick. Und dann ist es doch egal, ob man die Augen schliesst oder ob man einen Luftzug spuert, oder nur die drueckende Schwuele des eigenen Herzens...denn im Prinzip spuert man dann gar nichts.

Man ist verschwunden, irgendwo eingetaucht...in einen Tagtraum verfallen. Verdammt, wie wirklich manche Traeume scheinen, wenn man nicht weiss, nicht realisiert, dass man wirklich atmet, lebt.

Und woher weisst du das eigentlich ueberhaupt, dass du lebst?

Spuerst du nicht staendig Trauer und Freunde. Lacht dein Herz oder weint es? Verstehst du deine eigenen Gedanken, bist du wirklich frei, wenn du schwebst? 

Wann hast du das letzte Mal geschwebt? 

12. Juli 2008 

 

 

1 Kommentar 12.7.08 18:07, kommentieren

Wilde Zeit

It is the spectator, and not life, that art really mirrors...

We can forgive a man for making a useful thing as long as he does not admire it. The only excuse for making a useless thing is that one admires it intensely...

The commonest thing is delightful if only one hides it...he never dreams of considering whether the idea is right or wrong. The only thing he considers of any importance is whether one believes it oneself. Now, the value of an idea has nothing whatsoever to do with the sincerity of the man who expresses it. Indeed, the probabilities are that the more insincere the man is, the more purely intellectual will the idea be, as it that case it will not be coloured by either his wants, his desires, or his prejudices.

...

Because to influence a person is to give him one's ownsoul. He does not think his natural thoughts, or burn with hisnatural passions. His virtues are not real to him. His sins, if there are such things as sins, are borrowed...The aim of life is self-development. To realise one's nature perfectly - that is what each of us is here for. People are afraid of themselves, nowadays. They have forgotten the highest of all duties, the duty that one owes to one's self.

11. Juli 2008

1 Kommentar 11.7.08 11:08, kommentieren

Bel-amis!

Da es unmoeglich ist "gentlemen" alleine zu sein, wird auf dieser Seite demnaechst nichts passieren.

Ich hoffe, das luck bleibt, versuchen wir alle nicht danach zu streben?

Ich danke euch fuer jede Sekunde in der wir zusammen gelacht und geweint haben, fuer jeden Blick den wir gewechselt haben, fuer jede Beruehrung, fuer jeden Kuss, fuer jeden Sonnenstrahl, den wir fingen, fuer jede leere Flasche Bier, Wein, Vodka, fuer jede gedrehte Zigarette, fuer die Waerme, die nur Freunde schenken koennen, fuer jedes Spiel, fuer jedes Vogelgezwitscher im fruehen Morgen, fuer jeden Tanz, fuer einfach alles.

Ich denke an euch, meine email-adresse bleibt. Fuehlt euch frei zu schreiben, wann immer ihr auch Zeit und Lust habt.

Kuss an jeden von euch 

V   

 

6.7.08 18:39, kommentieren

These Streets

Das Herz pocht ungestuem,

leer, durchdrungen,

klopft es schwer. Keine Erwartungen, kein Warten mehr. Nur ein riesiges Meer der Leere, das alles verschlingt, von Innen zerstoert und alle Kanaele ueberflutet.

Soweit ist es schon, ohne eine einzige Traene, ohne jegliches Laecheln...

nur enttaeuschende Wut, die kommt und geht, wie eine sich schaeumende Welle,

zerschlaegt sich aber doch an der felsenfesten Liebe, versickert im sandigen Vertrauen und zieht sich zurueck in die Tiefe der Seele.

Weiter nichts.

Bis wieder eine Welle kommt, und ploetzlich ist da kein Schaeumen mehr. Keine Farbe,

Kein Blau, kein Weiss, kein Gruen;

zerborsten zieht sie sich zurueck, es bleibt nur ein kleines "Aufwiedersehen",

bis sie vielleicht woanders strandet.

An einen Freund, der 5. Juli 2008, 11.45

2 Kommentare 5.7.08 11:45, kommentieren